Projektträger: Stadt Remscheid
Projektträger: Stadt Remscheid

Quelle:

BEA vom 16.08.09



16-08-09
Stadtumbau West in Remscheid
Stachelhausen, Blumental, Honsberg und Kremenholl

Das Stadtumbaugebiet ist das zentrale Stadtentwicklungsprojekt der Stadt Remscheid der nächsten Jahre und wurde vor kurzem in das Bund-Länder-Programm Stadtumbau West aufgenommen.


Die hier angestoßene notwendige Entwicklung besitzt eine besonders hohe Ausstrahlung für die Gesamtstadt und ist daher von herausragender Bedeutung. Im Januar 2007 hat die Stadt Remscheid ein städtebauliches Entwicklungskonzept in Auftrag gegeben.
Ziel war die fachliche Einschätzung der Eignung der betreffenden Stadtteile zur Aufnahme in das Bund-Länder-Programm Stadtumbau West und die Schaffung einer geeigneten Basis. Ergebnis war, dass in allen vier Stadtteilen geeignete Ansatzpunkte vorhanden sind.


Die Ost-West-Orientierung Stachelhausens ist dabei von besonderer Bedeutung, denn der Stadtteil fungiert als natürliche  Verbindung zu den südlich liegenden Stadtteilen Blumental, Honsberg und Kremenholl. Zusätzlich verlaufen hier die Verkehrstrassen der B 229 und der Bahn, die starke Barrieren darstellen. Das städtebauliche Entwicklungskonzept hat aufgezeigt, dass in den Stadtteilen in unterschiedlicher Ausprägung Funktions- und Strukturmängel sowie Segregationsprozesse vorherrschen, die einen dringenden Handlungsbedarf offenbaren. Auch wenn die Mängel unterschiedlicher Intensität sind und der aktuelle Handlungsbedarf dadurch differiert, ist eine Gegensteuerung in allen vier  Stadtteilen notwendig, um begonnene „Trading-Down-Prozesse“ zu mildern oder aufzuhalten. Eine alleinige Konzentration auf die akuten Problemlagen birgt die Gefahr der Verschärfung beginnender Abwärtstendenzen. Die alsbaldige Umsetzung städtebaulicher Impulsprojekte und die Institutionalisierung eines Projektmanagements können die positive Entwicklung in Gang setzen.


Schwerpunktgebiete  sind die Stachelhauser Mitte [u.a. Entdichtung, Durchgrünung, nutzungsverträgliche Zonierung Wohnen/ Arbeiten, Aufwertung angrenzender Flächen zur B 229] und der Honsberger Norden [Imagewandel,  Bevölkerungsmischung, differenzierte Wohnangebote, Reduzierung des Leerstandes, Aufwertung des öffentlichen Raumes].

Eine weitere Herausforderung der zukünftigen Entwicklung liegt in der Umsetzung des Freiraumkonzeptes. Die betrachteten, südlich gelegenen Remscheider Stadtteile zeichnen sich aufgrund der umschließenden Bachtäler und Waldfl ächen durch eine hohe landschaftliche Qualität aus. Jedoch sind große gestalterische und funktionale Mängel vorherrschend – ablesbar
in der mangelnden Zugänglichkeit. Eine Vernetzung der Freiraumqualitäten und die Anbindung des Stadtteils Stachelhausen über grüne Trittsteine sind somit von besonderer Bedeutung.


Die beschriebenen öffentlichen Maßnahmen dienen auch dazu, Entwicklungskorridore für private Investoren zu generieren. Dies betrifft vor allem die Flächen des Alexanderwerks, die Brachflächen des Thyssen-Krupp-Geländes, die GEWAG-Wohnungsbestände im Honsberger Süden sowie Wohnungsbestände südlich der Freiheitsstraße. Treffen - wie in diesem Fall gegeben - gleichgerichtete private und öffentliche Interessen aufeinander, lässt sich eine Entwicklung anstoßen, die auch zukünftig den sowohl industriell als auch landschaftlich reizvollen Charakter Remscheids erhält, ihn jedoch den heutigen Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft anpasst.


Das Stadtumbau-West-Programm ist das zentrale Instrumentarium zum Umgang mit den städtebaulichen Problemen, die  sich aus dem demografischen Wandel und dem wirtschaftlichen Strukturwandel sowie seinen Auswirkungen auf die innerstädtischen Flächen- und Immobilienmärkte ergibt. Es soll wesentlich dazu beitragen, den Wohn- und Arbeitsstandort Remscheid an die neuen Herausforderungen anzupassen und dabei private Investitionen zu initiieren. Auf diese Weise werden die Quartiere innerhalb des städtischen und regionalen Gefüges stabilisiert; Arbeitsplätze können erhalten bzw. ersetzt und eine soziale Segregation kann vermieden werden. Gleichzeitig liefern die Bausteine des Remscheider Stadtumbau-Programms durch ihren modellhaften Charakter wichtige Impulse für die weitere Entwicklung der Umbaugebiete in den anderen beiden Städten der Region.